INFINITE

Der Gebäudebestand in der EU ist verantwortlich für etwa 40% des Energieverbrauchs und 36% aller Kohlenstoffemissionen in der europäischen Union. Das liegt primär daran, dass die Hälfte aller Häuser in den meisten EU-Ländern vor 1970 und somit vor der Einführung erster Wärmeschutzverordnungen gebaut wurde. Wichtig ist daher, die Energieeffizienz der Gebäudehülle zu verbessern.

Das länder- und disziplinübergreifende Projekt INFINITE zielt darauf ab, die nachhaltige Sanierung von Bestandsgebäuden durch modulare Lösungen voranzutreiben. Konkret geht es hierbei um All-in-One-Module auf Basis einer gedämmten Holzkonstruktion, um Außenbauteile von sanierungsbedürftigen Gebäuden energetisch zu optimieren. Die Technologien werden an Demo-Gebäuden in 3 verschiedenen Ländern (Italien, Frankreich, Slowenien) getestet - mithilfe von Monitoring sollen weitere Erkenntnisse gewonnen werden.

Durch die Vorfertigung der Holzelemente im Werk sollen Zeit und Kosten reduziert werden. Besonderes Augenmerk wird außerdem auf den Lebenszyklus der Module gelegt, um bei der (De-)Montage umweltfreundlich agieren zu können und im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu handeln. Kreislauffähiges Bauen geht dabei über Recycling hinaus und beschreibt den Ansatz, für die Produkte oder Materialien auch nach dem Ende ihrer Lebensdauer eine Verwendung zu finden und diese nicht einfach zu entsorgen.

Ein weiteres Ziel ist der Einsatz von Materialien mit geringem CO2-Ausstoß, um EU-weit die Dekarbonisierung des Gebäudebestands voranzutreiben. Dabei sollen die Vorteile von "Renovation4.0" (Industrialisierung + Digitalisierung) genutzt werden, um bereits im Planungsprozess die Konstruktion hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Umwelt optimieren zu können. Mit dabei sind Partner aus verschiedenen europäischen Ländern. Mehr Informationen zum Projekt und den Mitwirkenden sind am Ende des Artikels unter "Links" zu finden.

INFINITE wird im Rahmen des Programms "Horizon 2020" der Europäischen Kommission gefördert.

Beginn

Nov 2020

Ende

Mai 2025

Förderprogramm

European Commission - Horizon 2020

Projektergebnisse

Neben anderen Lösungen für eine intelligente Gebäudehülle ist auch Gebäudebegrünung Teil des Projekts. GRÜNSTATTGRAU ist gemeinsam mit den Partnern Rubner Holzbau, EURAC (beide Italien) und LEITAT (Spanien) für die Entwicklung eines Gründach- und Grünfassadenmoduls verantwortlich. Der Fokus liegt hier auf der Vorfertigung der Konstruktion und der Vorkultivierung der Pflanzen, um die Applikation auf der Baustelle zu erleichtern. Das Ziel ist, geeignete Begrünungssysteme in Verbindung mit Holzbau zu verwirklichen und somit die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen in der Sanierung voranzutreiben.

Kombiniert werden soll die Begrünung außerdem mit einer Grau- oder Regenwasseraufbereitungsanlage, um auch in Bezug auf Bewässerung (und mit dem Hintergrund einer steigenden globalen Wasserknappheit) nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen für Gebäude zu finden.

Weitere Systeme, die in Kombination mit den begrünten Modulen zur Anwendung kommen, sind Solargründächer (Kombination von Photovoltaik und Begrünung). So soll durch die Evapotranspiration (Verdunstung) der Dachbegrünung eine Kühlung der PV-Paneele und demnach eine Steigerung des Wirkungsgrads erfolgen.

Bereits im Vorfeld werden durch Labortests verschiedene Kombinationen und beeinflussende Parameter untersucht, um bei den Demo-Gebäuden bestmögliche Ergebnisse erzielen zu können. Die Systeme werden zudem mit Umweltsensoren (z. B. Bodentemperatur und -feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung) ausgestattet, deren Ergebnisse ein effizientes Wassermanagementsystem garantieren sollen.

Elektrisch versorgt werden sollen die Sensoren durch Strom, der durch die Integration von bioelektrochemischen Systemen (BES) in Gründächern erzeugt wird. BES sind eine innovative Technologie, bei der elektrischer Strom aus dem Abbau organischer Materialien gewonnen wird.

Projektpartner

 

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