Zu jeder Frage finden wir eine Antwort

FAQ

Bauwerksbegrünungen liegen voll im Trend, sind in ihren messbaren Leistungen wissenschaftlich geprüft und qualitätsgesichert sowie standardisiert einsetzbar. Trotzdem brodelt die Gerüchteküche. Wir möchten nachfolgend Antworten auf häufige Fragen geben und freuen uns sehr, wenn auch Du uns Deine Fragen mitteilst damit wir unsere FAQ laufend erweitern können.

Nein. Die Errichtungskosten von Begrünungen liegen meist unter 2% der Gesamtbaukosten.

Nein. Projekte zeigen, dass bei intelligenter Planung, richtiger Systemwahl und Vegetation Pflegekosten unter 12€/m2 im Jahr erreichbar sind, wobei mit der Gesamtgröße der Fläche die Kosten sinken. Eine mehrfach pro Jahr gemähte Rasenfläche weist dementsprechend höhere Pflegekosten auf.

Ja, alle Kletterpflanzen benötigen Pflege und Nährstoffe. Bei selbstklimmenden Kletterpflanzen kann der Pflege- und Kontrollaufwand durch das Anbringen von Überwuchssperren reduziert werden, es muss grundsätzlich jährlich nur eine Sichtkontrolle auf Gefahrenpotenzial, gegebenfalls ein Rückschnitt durchgeführt und abgestorbene Pflanzenteile entfernt werden. Sensible Bereiche wie Fenster, Dachstühle, -rinnen, Abflussrohre oder Ähnliches müssen von der Bepflanzung freigehalten werden. Gerüstkletterpflanzen benötigen zumeist weniger Rückschnitt und greifen nicht von selbst auf das Gebäude über. Die Kontrolle des Rankgerüstes, Pflegemaßnahmen wie das Anbinden von jungen Kletterpflanzen nach einem Sturmereignis sowie die Laubentfernung sind regelmäßig durchzuführen.

Achtung! Je nach Komplexität des Projekts bzw. eingesetzter Technik wird der Einsatz von Experten dringend empfohlen, da so meist grobe und kostenintensive Fehler vermieden werden können. Standortanpassung, Pflanzeneinsatz, Bewässerungssystem, Material- bzw. Systemwahl, Transport müssen gut geplant werden um Langlebigkeit zu gewährleisten.

Keinesfalls – im Gegenteil, Pflanzen halten mit ihrem Blattwerk Wasser ab und nehmen Wasser im Wurzelbereich auf. Einzige Ausnahme ist eine ungepflegte Efeubepflanzung. Das Totlaub an der Fassade kann hierbei zu einer Humusbildung führen, die der Pflanze zu neuem Nährboden an der Wand verhilft. Fassadengebundene Systeme sind vorgehängt, hinterlüftet angebracht- wasserführende Schichten sind immer vom Gebäude entkoppelt. Eine Studie der TU Wien (KORJENIC et al., 2015) zeigt, dass untersuchtes Mauerwerk hinter Fassadenbegrünungen nicht feucht, sondern trocken ist.

Abhängig von der Komplexität des Projektes. Für den Genehmigungsprozess steht in Wien ein „Behörden-Guide“ sowie ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren als hilfreiche Unterstützung zur Verfügung. Experten können den notwendigen Planungs- und Genehmigungsaufwand richtig einschätzen.

Im Gegenteil – Pflanzen reinigen die Luft, binden Staub und produzieren Sauerstoff. Der jährliche Laubwurf ist rasch in einem Arbeitsgang zu entfernen, ähnlich wie bei Bäumen.

Prioritätenabhängig – Wasser wird auch in Verdunstungskälte umgewandelt und bewirkt so eine Verbesserung des Mikroklimas, wobei der Stromverbrauch für Bewässerungsanlagen und LED Beleuchtung generell sehr gering ausfällt. Wenn man bedenkt, dass die Herstellung eines Kilos Rindfleisch bereits 15.500 Liter Wasser (WORLDWATCH INSTITUTE, 2004) benötigt, so lässt sich im Vergleich dazu jede Art von Bauwerksbegrünung als äußerst nachhaltig, technisch hochwertig und mit einem hohen Mehrwert einordnen. Extensive Dachbegrünungen und bodengebundene Fassadenbegrünungen benötigen bei intelligenter Planung keine zusätzliche Bewässerung.

Die Pflege von Fassaden- und Dachbegrünungen als auch Innenraumbegrünungen sollte jedenfalls von qualifizierten Unternehmen mit erforderlichem Gewerbeschein (Garten- und Landschaftsbau) und Erfahrung durchgeführt werden. Mehrere Vergleichsangebote einzuholen ist niemals falsch.

Ganz unterschiedlich – Das Holzgewicht von ausgewachsenen Pflanzen (Gesamtgewicht) variiert je nach Pflanze von z.B. Waldrebe Clematis vitalba (10-30 kg) bis Blauregen Wisteria sinensis (814kg). Bei der Kalkulation der Lasten ist darauf natürlich Rücksicht zu nehmen und auch die Statik muss gegebenfalls kontrolliert werden. Bei Wärmedämmverbundsystemen empfiehlt sich eine vorgestellte Kletterpflanze mit Rankhilfe.

Eindeutig ausgeschlossen und wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Das Vorurteil kommt eventuell auf, weil manche Kletterpflanzen Feuermauern aus der Nachkriegszeit erobert haben und ihre Haftorgane sichtbar sind. Dabei ist der Putz durch die Begrünung selbst an der Fassade gehalten worden, zudem wurde der Alterungsprozess des Putzes durch die Abschirmung gegen Witterungseinflüsse verlangsamt. Im Vergleich dazu wurden bei unbegrünten Feuermauern bereits vor mehr als 20 Jahren die Fassaden erneuert.

Der Schädlingsdruck in Gebäuden erhöht sich durch korrekt ausgeführte Begrünungsmaßnahmen nicht. Nachdem Bauwerksbegrünungen jedoch auch Lebensraum schaffen, erhöht sich das Vorkommen von Vogel- und Insektenarten, die am Gebäude attraktive Habitate vorfinden. Es ist also mit Brut-, Nist- und Futtertätigkeit von beispielweise Wildbienen und Honigbienen zu rechnen. Spinnen am Dach bedeuten für den Ökologen: der Tiger ist zurück im Dschungel! Sie zeigen an, dass das Ökosystem sich gut entwickelt. Wichtig zu wissen:

– Ameisen folgen meistens dem Wasser und sind ein verlässlicher Zeiger für Wasserschäden

– Wespen fliegen v.a. auf Fleisch, Frucht- und Obstsäfte als eiweißreiche Nahrung

Ästhetik ist eine Frage des Geschmacks! Bei der Begrünung hat man auch die Wahl: anstatt laubabwerfenden Pflanzen immergrüne Arten zum Einsatz zu bringen, wobei erstere den jahreszeitlichen Wandel der Natur wiederspiegeln und durchaus auch im Winter attraktiv wirken.

Nein – eine Beschädigung der Bausubstanz ist nur zu erwarten, wenn bestehende Baumängel mit Begrünung kaschiert werden sollen oder der Bewuchs nicht fachgerecht entfernt wird. Wilder Wein, Parthenocissus tricuspidata ist eine dem Licht entgegen wachsende Pflanze, dringt daher nicht die Bausubstanz ein. Lichtfliehende Pflanzen wie der Efeu Hedera helix hingegen können in bestehende Öffnungen hineinwachsen und diese durch ihr Dickenwachstum und ihre starken Haftwurzeln erweitern. Der Einsatz von Efeu muss daher mit Bedacht und nach Absprache mit einem Experten erfolgen. Überwuchssperren schützen vor unerwünschtem Bewuchs. Regelmäßige Kontrolle hilft, unerwünschte Entwicklungen zu vermeiden.

Im Gegenteil. Eine durch Fachunternehmen ausgeführte Dachbegrünung verlängert die Lebensdauer der darunterliegenden Abdichtung um mindestens 10 Jahre! Begrünte Dächer sind im Vergleich zu anderen Flachdachbauweisen nicht anfälliger für im Bauprozess verursachte Mängel. Achtsam muss mit der Wahl der Pflanzen vorgegangen werden, da einige Arten starke Wurzelbildungen aufweisen und für eine Dachbegrünung nicht empfohlen werden. Daher, unbedingt einen Experten in die Planung hinzunehmen! Wem das Vertrauen und die Erfahrungswerte aus vielen Best-Practice Projekten nicht genügen, der kann selbstverständlich auf neueste, dauerhafte Leckortungssysteme und Feuchtemonitoringtechnik zurückgreifen.

theoretisch ja, aber wir wissen, dass Pflanzen nach einer Sekundenflamme nur mehr weiterglimmmen. Und das ist berechenbar. Das zeigte ein Großbrandversuchs der MA39 und MA22.

Es ist eine Entzündung der Blätter zu erkennen, ein Mitbrand der verholzten Triebe ist nicht bzw. nur in sehr geringen Ausmaß in der Nähe der Brandkammer, also im Bereich der höchsten Temperaturen von ca. 850 °C bis 900 °C, zu erkennen. Als Ursache dafür gilt vermutlich der Gehalt an ätherischen Ölen in den Blättern, da keine Prüfung mit Totholz durchgeführt wurde.

Werden die Pflanzen erst in einem Abstand von 60 cm oberhalb der Brandkammer (= simuliertes Fenster) montiert, so ist der „Strohfeuereffekt“ bereits vermindert, bei einem Abstand von 1,0 m ist keine Entzündung der Fassadenbegrünung zu beobachten, die kritische Temperatur scheint bei ca. 500 °C bis 550 °C liegen – das ist jene Temperatur, die bei den Versuchen in genau dieser Höhe 10 cm vor der Fassadenbegrünung gemessen wurde. Eine vertikale Brandweiterleitung war bei keinem der Versuche zu beobachten. Die Sekundärbrandgefahr durch abfallende, brennende Teile war ebenfalls nicht gegeben. Die metallische Rankhilfe trägt in keinem Fall zur Brandweiterleitung bei, sie hält dem Brandszenario stand ohne abzufallen. (QUELLE: wiener wohnbau forschung)

Dadurch ergeben sich für künftige Anwendungen von Fassadenbegrünungen folgende richtungsweisende Erkenntnisse:

  • Bei Gebäuden bis zur Gebäudeklasse 3 (vgl. 3 Geschoße) sind keine Nachweise hinsichtlich der Brandweiterleitung bzw. spezielle Brandschutzmaßnahmen erforderlich.
  • Bei höheren Gebäudeklassen sind nichtbrennbare Rankhilfen (z.B. aus Metall) einzusetzen; es können – je nach verwendeter Pflanzenart – zusätzliche Brandschutzmaßnahmen (z.B. geschoßweise Brandsperren) notwendig sein. Abstandsregelungen für die Anbringung einer Fassadenbegrünung sind zu formulieren – ein Vorschlag dazu befindet sich am Ende der Langfassung der Studie.
  • Bei höheren Gebäudeklassen ist für das verwendete fassadengebundene System (exkl. Pflanzen) ein positiver Prüfbericht nach ÖNORM B 3800-5 bzw. ein passender anderer Nachweis vorzulegen. Die Systeme sind dann entsprechend den positiv geprüften Details aufzubauen.
  • Fassadenbegrünungen sind zu pflegen und in einem vitalen, funktionalen Zustand zu erhalten (Bauwerksbuch, eindeutige Regelung der Zuständigkeit für Pflege und Erhaltung der Begrünung). Erforderliche Pflegemaßnahmen sind bereits in der Planung zu berücksichtigen und gegebenenfalls im Bauwerksbuch festzuhalten.

Detaillierte Informationen zum Brandverhalten von Grünfassaden in großstäblichen Versuchen findest du hier.

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