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Level als Chance

Dach- und Fassadenbegrünung im Rahmen von Level(s)

Wirkungsorientierte Integration statt symbolischer Maßnahme - warum die Anwendung von Level für die Bauwerksbegrünung von Vorteil ist: GRÜNSTATTGRAU arbeitet an der Darstellung von Wirkungen!


Dach- und Fassadenbegrünung in Level 1 – Konzeptphase

In Level 1 wird die Dach- und Fassadenbegrünung als klimatische, funktionale und städtebauliche Grundsatzentscheidung verankert. In dieser frühen Phase geht es nicht um Berechnungen, sondern um die strategische Einordnung der Begrünung im Gesamtkonzept des Gebäudes. Entscheidend ist, dass Begrünung nicht als add-on verstanden wird, sondern als integraler Bestandteil der Architektur- und Nachhaltigkeitsstrategie.

Zentrale Weichenstellungen betreffen zunächst die Art der Begrünung, etwa ob eine extensive oder intensive Dachbegrünung oder ein Fassadenbegrünungssystem vorgesehen ist. Damit verbunden ist die klare Zielsetzung der Maßnahme: Soll primär eine Reduktion sommerlicher Überhitzung erreicht werden, die Rückhaltung von Regenwasser verbessert werden, die Aufenthaltsqualität erhöht oder ein Beitrag zur Biodiversität geleistet werden? Gleichzeitig müssen bereits in der Konzeptphase die Wechselwirkungen mit anderen Systemen berücksichtigt werden, insbesondere mit der Statik, dem Energie- und dem Wasserkonzept des Gebäudes.

Im Rahmen von Level(s) ist die Begrünung in Level 1 mehreren Indikatoren zugeordnet. Besonders relevant ist der Indikator Anpassung an den Klimawandel (5.1). Dach- und Fassadenbegrünungen gelten hier als passive Anpassungsmaßnahme, da sie zur Reduktion urbaner Hitzeinseln beitragen, Starkregenabflüsse verzögern und dämpfen sowie das Mikroklima im unmittelbaren Gebäudeumfeld verbessern können. Diese Wirkungen müssen in Level 1 noch nicht quantifiziert, aber nachvollziehbar beschrieben und begründet werden.

Darüber hinaus wirkt Begrünung auf die Indikatoren Gesundheit und Komfort (4.x). Sie beeinflusst den sommerlichen Wärmeschutz, verbessert die visuelle Qualität von Innen- und Außenräumen und steigert den Aufenthaltskomfort. Indirekt kann sie auch das Nutzerverhalten verändern, etwa durch vermehrte Nutzung von Außenräumen oder ein angepasstes Lüftungsverhalten.

Auch Aspekte der Ressourceneffizienz (2.x) sind bereits konzeptionell relevant. Dazu zählen die Rückbaubarkeit der Begrünungssysteme, die Dauerhaftigkeit von Substraten und Aufbauten sowie die bewusste Vermeidung komplexer Verbundsysteme, die spätere Anpassungen oder Rückbau erschweren würden.

Das Ergebnis von Level 1 ist eine klare und nachvollziehbare Begründung, warum begrünt wird und welches Ziel damit verfolgt wird. Diese Festlegungen sind die zwingende Voraussetzung für belastbare quantitative Nachweise in Level 2.

Dach- und Fassadenbegrünung in Level 2 – Planung und Bau

In Level 2 entfaltet Dach- und Fassadenbegrünung nur dann Wirkung, wenn ihre Effekte korrekt und transparent in Berechnungen abgebildet werden. Symbolische oder pauschale Zuschreibungen sind im Level(s)-Rahmen nicht zulässig.

Im Bereich Energie und sommerlicher Wärmeschutz (Indikator 1.1) können begrünte Dächer und Fassaden zur Reduktion solarer Wärmeeinträge beitragen, Oberflächentemperaturen senken und damit Kühlenergiebedarfe beeinflussen. Anrechenbar sind jedoch ausschließlich Effekte, die entweder normativ anerkannt oder über nachvollziehbare Simulationen mit transparenter Methodik nachgewiesen werden. Erfahrungswerte oder pauschale Zuschläge ohne Berechnungsgrundlage finden in Level(s) keine Berücksichtigung.

Im Kontext der Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus (Indikator 1.2) ist Begrünung differenziert zu betrachten. Zunächst erhöht sie die Herstellungs-Emissionen durch zusätzliche Materialien wie Substrate, Abdichtungs- und Schutzschichten sowie Bewässerungssysteme. Demgegenüber stehen mögliche Vorteile in der Nutzungsphase, etwa durch eine verlängerte Lebensdauer der Dachabdichtung oder eine Reduktion betrieblicher Emissionen infolge geringerer Kühlbedarfe. Wichtig ist dabei, dass Level(s) keine dauerhafte CO₂-Speicherung durch Pflanzen anrechnet, da diese über den Lebenszyklus eines Gebäudes nicht verlässlich gesichert ist.

Ihre stärkste Wirkung entfaltet Begrünung im Bereich Wasser (Indikator 3.1). Relevante Effekte sind der Rückhalt von Regenwasser, die Verzögerung des Abflusses sowie potenzielle Trinkwassereinsparungen bei intelligenter Bewässerung und Regenwassernutzung. Ohne ein integriertes Wasserkonzept kann Begrünung jedoch auch zu erhöhten Wasserverbräuchen führen, was in Level(s) entsprechend negativ berücksichtigt wird.

Im Rahmen der Lebenszykluskosten (Indikator 6.1) werden schließlich sowohl die Mehrkosten in der Herstellung als auch die laufenden Pflege- und Wartungskosten erfasst. Dem können Einsparungen gegenüberstehen, etwa durch den Schutz der Dachhaut und verlängerte Erneuerungsintervalle. Nur eine vollständige und konsistente LCC-Betrachtung erlaubt hier eine sachliche Bewertung der Wirtschaftlichkeit.

Dach- und Fassadenbegrünung in Level 3 – Betrieb und Monitoring

Level 3 zeigt, ob die geplante Begrünung im realen Betrieb tatsächlich die erwarteten Wirkungen erzielt. In dieser Phase stehen Messdaten und reale Betriebskennwerte im Mittelpunkt.

Zu den relevanten Kennwerten zählen der tatsächliche Bewässerungswasserverbrauch, der reale Pflegeaufwand einschließlich der entstehenden Kosten sowie gemessene Raum- und Oberflächentemperaturen, die Rückschlüsse auf den sommerlichen Wärmeschutz zulassen. Bei zugänglichen Dachgärten oder begrünten Aufenthaltsflächen kann zusätzlich Nutzerfeedback einbezogen werden, um Komfort und Akzeptanz zu bewerten.

Mehr Informationen: https://green-forum.ec.europa.eu/green-business/levels_en?prefLang=de

Diese Daten sind von zentraler Bedeutung für ESG-Reporting, für die Analyse von Abweichungen zwischen Planung und Betrieb (Performance Gaps) sowie für die kontinuierliche Verbesserung zukünftiger Projekte. In Level(s) wird Begrünung damit nicht nur geplant und berechnet, sondern über den Betrieb hinweg überprüfbar gemacht.


Quelle: GRÜNSTATTGRAU
Januar 2026

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