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StatiPLANT

Ausgangssituation / Motivation
Im Zuge des Klimawandels gewinnen Bauwerksbegrünungen zunehmend an Bedeutung für die klimaangepasste Stadtentwicklung. Insbesondere Fassadenbegrünungen gelten als wirksame Maßnahme zur Reduktion urbaner Hitze, zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden sowie zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum.
Trotz ihres hohen ökologischen und stadtklimatischen Potenzials ist die praktische Umsetzung vertikaler Begrünungen noch immer begrenzt. Ein zentraler Hemmfaktor besteht in der bautechnischen Unsicherheit hinsichtlich der statischen Beanspruchung von Fassaden durch Kletterpflanzen und zugehörige Kletterhilfesysteme. Vor allem die Einwirkung von Windlasten, Zugkräften und Eigengewichten ist bislang unzureichend erforscht und in bestehenden Regelwerken in Europa nicht spezifisch abgebildet. Diese fehlenden Bemessungsgrundlagen beeinträchtigen Planungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Förderfähigkeit von Fassadenbegrünungen.
Inhalte und Zielsetzungen
Das Sondierungsprojekt StatiPLANT verfolgt das Ziel, die wissenschaftlichen, technischen und organisatorischen Grundlagen für ein standardisiertes Verfahren zur statischen Bewertung von vertikal begrünten Fassaden zu schaffen. Im Fokus steht die systematische Aufarbeitung des internationalen Forschungsstands zu Windlasten, Eigengewichten und Zugkräften bei Kletterpflanzen an Gebäuden.
Darauf aufbauend sollen die relevanten Einflussparameter – wie Pflanzenart, Wuchsform, Kletterhilfesystem, Gebäudegeometrie, Verankerung, Standort- und Windbedingungen – identifiziert, strukturiert und hinsichtlich ihrer Wechselwirkungen bewertet werden. Die Sondierung dient als vorbereitende Phase für ein mehrjähriges Folgeprojekt, in dem ein belastbares, parametrierbares Bewertungsmodell entwickelt werden soll, das eine praxisnahe und sichere Planung von Fassadenbegrünungen ermöglicht.
Methodische Vorgehensweise
Methodisch basiert das Projekt auf einem interdisziplinären Ansatz. Zunächst erfolgt eine umfassende Analyse bestehender nationaler und internationaler Studien, Normen und experimenteller Ansätze zur Erfassung statischer Belastungen begrünter Fassaden.
Darauf aufbauend wird ein Mess- und Simulationskonzept konzipiert, das sowohl kontrollierte Windkanalversuche als auch Freiluftmessungen an realen Objekten umfasst. Unterschiedliche Pflanzenarten, Kletterhilfen und Befestigungssysteme werden dabei systematisch berücksichtigt. Ergänzend wird die technische und methodische Machbarkeit parametrischer Modellansätze sowie KI-gestützter Datenverarbeitung zur Abbildung komplexer Wechselwirkungen geprüft. Die Integration in digitale Planungsinstrumente (z. B. BIM) wird konzeptionell vorbereitet.
Erwartete Ergebnisse
Als Ergebnis der Sondierungsphase wird ein wissenschaftlich fundierter Konzeptentwurf für ein parametrierbares Bewertungsmodell erwartet, das die statischen Lasten von Kletterpflanzen unter Berücksichtigung von Wind-, Zug- und Eigenlasten abbildet. Dazu zählen unter anderem die Ableitung eines Abminderungsfaktors für Windlasten im Vergleich zu unbegrünten Fassaden sowie eine strukturierte Bewertungsmatrix zur Abschätzung von Gewichten und Kräften unterschiedlicher Begrünungssysteme.
Langfristig schafft das Projekt die Grundlage für nachvollziehbare Bemessungsregeln, neue Messstandards und digitale Planungstools. Damit wird die bautechnische Planungssicherheit erhöht, eine ressourceneffiziente Dimensionierung ermöglicht und die Umsetzung von Fassadenbegrünungen als wirksame Maßnahme der klimaangepassten Stadtentwicklung deutlich erleichtert.

Beginn

Feb. 2026

Ende

Jan. 2027

Förderprogramm

TIKS: Technologien und Innovationen für die Klimaneutrale Stadt 2025

Projektlaufzeit

12 Monate

Projektpartner

 

Logo vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Logo von FFG
Logo Stadt der Zukunft Innovationslabor

GRÜNSTATTGRAU IST

Logo klimaaktiv Partner
Logo ANKOE

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