Die neue ÖNORM B 1131 wurde am 15. April veröffentlicht – Erhalte praxisnahe Einblicke in die Änderungen in unserem Webinar am 29. Juni! MEHR ERFAHREN

TIKS-Förderschiene 2026

Die smarte Entscheidungshilfe für klimafitte Fassaden, grüne Städte und lebendige Gärten.

Die Transformation unserer Städte ist eine gemeinsame Aufgabe. Sie gelingt nicht in einzelnen Silos, sondern dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen: Forschung und Entwicklung, Verwaltung, Wirtschaft, Planung, Energie, Gebäude, Mobilität, Digitalisierung, soziale Innovation und Umsetzung vor Ort. Genau hier setzen die Innovationslabore an: Sie sind Ermöglicher, Übersetzer und Vernetzer zwischen Förderlogik, Projektidee und Praxis.

Der IdeenAUSTAUSCH am 16.6. bot Orientierung zur neuen TIKS-Förderschiene, machte vorhandene Kompetenzen sichtbar und unterstützte die Teilnehmenden dabei, Projektideen zu schärfen, passende Partner zu finden und mögliche Demoobjekte sowie Verwertungswege zu identifizieren. Begleitend wurde ein digitales Whiteboard genutzt, um Interessen, Projektideen und Kooperationsmöglichkeiten zu sammeln.

Innovationslabore als Infrastruktur für bessere Projekte

Die Veranstaltung zeigte, wie breit das Unterstützungsangebot der Innovationslabore ist: von grün-blauer Infrastruktur über Energie- und Gebäudelösungen, Digitalisierung, Sanierung, soziale Innovation und Geodaten bis hin zu Mobilität.

Innovationslabore ersetzen nicht die formale Förderberatung durch FFG, KPC oder Fördergeber. Sie wirken ergänzend: Sie helfen, Projektideen inhaltlich zu schärfen, Innovationsgehalt und F&E-Anteil herauszuarbeiten, passende Partner zu finden, Zugang zu Testumgebungen und Demonstrationsräumen zu schaffen und Verwertung sowie Skalierung von Beginn an mitzudenken.

Gerade bei TIKS 2026 werden Projektideen dann stark, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt werden. Klimaneutrale Stadtentwicklung ist eine Querschnittsaufgabe – und genau darin liegt die Chance für neue Konsortien.

Einblick in die TIKS-Förderschiene 2026

Den fachlichen Auftakt gestalteten Theresa Heitzelhofer von der FFG und Hannes Warmuth vom BMIMI. Sie gaben einen kompakten Überblick über die neue Förderschiene TIKS 2026, ihre thematischen Schwerpunkte, formalen Anforderungen und Chancen für Projektkonsortien.

Die Ausschreibung 2026 ist mit rund 20 Millionen Euro dotiert. Die Einreichfrist wurde mit 1. Oktober 2026, 10:00 Uhr, angegeben. Eingereicht wird über den E-Call; für Antragsteller stehen Beratungen, Leitfäden, FAQs und Vorlagen zur Verfügung.

Im Zentrum stehen mehrere Themenfelder: urbane Technologien, urbane Systeminnovationen, Pilotdemonstrationen, Mobilisierung und Vernetzung sowie F&E-Dienstleistungen. Besonders hervorgehoben wurden Technologien und Innovationen für Baustoffe, Kreislaufwirtschaft, Gebäude- und Energietechnologien, Quartierslösungen, Bestandssanierung sowie systemische Innovationen in Pionierstädten.

Ein wichtiger Hinweis der Fördergeber:innen: Der Innovationsgehalt muss klar herausgearbeitet werden. Erfolgreiche Anträge brauchen eine präzise Abgrenzung zum Stand der Technik, eine nachvollziehbare Projektstruktur, ein starkes Konsortium, eine überzeugende Verwertungsstrategie, ein realistisches Risikomanagement sowie eine passende Zuordnung zur Forschungskategorie. Auch Gendergerechtigkeit im Team und im Projektinhalt ist Teil der Bewertung.

R&D Compass: Vorprojekte sichtbar machen

Im Anschluss stellte Patrick Pils von Lito Space den R&D Compass vor. Die KI-gestützte Plattform macht öffentlich verfügbare Daten zu FFG-geförderten Forschungsprojekten recherchierbar und analysierbar. Rund 7.800 Projekte können durchsucht, gefiltert und über unterschiedliche Taxonomien ausgewertet werden.

Für neue TIKS-Projektideen ist dieses Werkzeug besonders relevant: Es hilft dabei, bestehende Vorarbeiten zu kennen, thematische Entwicklungen zu verstehen, Synergien zu erkennen und neue Projektansätze besser einzuordnen. Damit unterstützt der R&D Compass genau jene Frage, die für Antragsteller zentral ist: Was ist bereits vorhanden – und wo beginnt der tatsächliche Innovationssprung?

Interessierte wurden eingeladen, die Beta-Version zu testen und Feedback zu geben.

GRÜNSTATTGRAU: grün-blaue Innovationen für resiliente Städte

Den Auftakt der Innovationslabor-Pitches machte Katharina Mauss von GRÜNSTATTGRAU. Sie stellte GRÜNSTATTGRAU als Innovationslabor und Kompetenzzentrum für blau-grüne Infrastruktur und Bauwerksbegrünung vor.

Im Fokus standen Begrünung, Wasser, Mikroklima, Biodiversität, Regenwassermanagement und naturbasierte Lösungen als zentrale Bausteine klimaresilienter Städte. GRÜNSTATTGRAU bringt dafür ein breites Netzwerk, Qualitätssicherung, Marktanalysen, Weiterbildungen, Projektentwicklung und Forschungserfahrung ein. Die Präsentation zeigte unter anderem die GRÜNSTATTGRAU-Datenbank mit Expert, Produkten und Projekten sowie die enge Zusammenarbeit mit Städtepartnern. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle von Bauwerksbegrünung als Querschnittsmaßnahme zwischen Bauordnung, Klimaresilienz und Wirtschaftsstrategie. Gebäudebegrünung wirkt auf sommerlichen Wärmeschutz, Kühlenergiebedarf, Mikroklima, Biodiversität, Aufenthaltsqualität, Ressourceneffizienz und Wertschöpfung im Bauwesen. Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Solargründach. Hier treffen Energieproduktion, Klimaanpassung, Biodiversität, Bestandssanierung, Innovation und Wertschöpfung aufeinander. GRÜNSTATTGRAU skizzierte eine Initiative in mehreren Schritten: gemeinsames Zielbild definieren, Partner mobilisieren, Nutzen belegen, regulatorische und fördertechnische Rahmenbedingungen verbessern, Breitenumsetzung sichern und Qualität gewährleisten. Auch die neue ÖNORM B 1131:2026 „Begrünung von Dächern und Decken auf Bauwerken“ wurde angesprochen. Sie schafft eine wichtige Grundlage für Planung, Ausführung und Erhaltung. Als nächste Schritte wurden Produktzertifizierung, Wissensvermittlung und Unterstützung für Fördergeber genannt.

Green Energy Lab und Allianz Wärmezukunft: Energie, Gebäude und Quartiere zusammendenken

Für den Energie- und Gebäudebereich brachte Susanne Supper von Green Energy Lab die Perspektive der Energieinnovation ein. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Gebäude, Quartiere und Energiesysteme gemeinsam gedacht werden können, um eine erneuerbare, flexible und klimaneutrale Energiezukunft zu ermöglichen. Dabei wurde auch auf die Allianz Wärmezukunft verwiesen, ein neues Innovationslabor, das im Jänner 2026 gestartet ist und von Green Energy Lab und A.I.Intec gegründet wurde. Ziel ist es, die Wärme- und Kältewende zu beschleunigen und Projekte entlang des gesamten Projektzyklus zu unterstützen – von Konsortialbildung und Projektentwicklung über Monitoring bis hin zu Skalierung und Verwertung. Besonders relevant ist die Allianz Wärmezukunft für TIKS-Projekte im Bereich urbaner Pilotdemonstrationen: Dort sind Monitoring und Wirkungsanalyse verpflichtend vorzusehen. Damit wird deutlich, dass klimaneutrale Stadtentwicklung nicht nur technische Umsetzung braucht, sondern auch messbare Wirkung und nachvollziehbare Evaluierung.

Digital Findet Stadt: Digitalisierung als Ermöglicherin

Barbara Ohnewas von Digital Findet Stadt stellte die digitale Dimension des Planens, Bauens und Betreibens vor. Digital Findet Stadt unterstützt Innovationsvorhaben mit einem starken Stakeholdernetzwerk und Forschungskompetenz in Bereichen wie BIM, KI, Daten, digitale Prozesse und Kreislaufwirtschaft. Der Beitrag machte deutlich, dass Digitalisierung nicht Selbstzweck ist, sondern ein Werkzeug, um Gebäude und Quartiere effizienter, transparenter und nachhaltiger zu entwickeln. Digitale Methoden können helfen, komplexe Planungsprozesse besser abzustimmen, Daten nutzbar zu machen und Entscheidungen über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden und Quartieren zu verbessern.

RENOWAVE.AT: Sanierung als Schlüssel zur klimaneutralen Stadt

Ein zentraler Hebel für klimaneutrale Städte ist der Gebäudebestand. Diesen Schwerpunkt brachte Christina Böckl von RENOWAVE.AT ein. RENOWAVE.AT wurde als zentrale Anlaufstelle für Innovationsvorhaben im Bereich nachhaltiger, klimaneutraler Gebäude- und Quartierssanierung vorgestellt. Das Innovationslabor unterstützt bei Geschäftsmodellentwicklung, Monitoring, Qualitätssicherung, serieller Sanierung, Finanzierung und rechtlichen Rahmenbedingungen. Als genossenschaftlich organisiertes Netzwerk mit über 40 Mitgliedern bringt RENOWAVE.AT unterschiedliche Kompetenzen aus Bau, Sanierung, Finanzierung und Umsetzung zusammen.

Der Beitrag zeigte: Sanierung ist nicht nur eine technische Aufgabe. Sie erfordert neue Formen der Zusammenarbeit, skalierbare Lösungen, tragfähige Finanzierungsmodelle und Rahmenbedingungen, die breitenwirksame Umsetzung ermöglichen.

Innovationswerkstatt future.lab: soziale Innovation und Transformation

Mit Christian Peer von der Innovationswerkstatt future.lab wurde die soziale und menschliche Dimension urbaner Transformation eingebracht. Klimaneutrale Städte entstehen nicht allein durch Technologie. Sie brauchen Beteiligung, soziale Lernräume, Transformationskompetenz, Wissensintegration und neue Formen des Zusammenarbeitens. Die Innovationswerkstatt future.lab an der TU Wien unterstützt Projekte dabei, soziale Innovation, Open-Science-Methoden, Beteiligungsprozesse und universitäre Formate in Transformationsvorhaben einzubinden. Damit wurde ein wichtiger Punkt sichtbar: Stadtentwicklung ist immer auch ein kultureller, organisatorischer und gesellschaftlicher Prozess.

Vienna GeoSpace Hub: Geodaten für klimaneutrale Stadtentwicklung

Eliza-Maria Gösenberger vom Vienna GeoSpace Hub / Urban Innovation Vienna stellte die Bedeutung von Geodaten für urbane Innovationsprojekte vor. Das Labor unterstützt die Nutzung frei verfügbarer EU-Satellitendaten, insbesondere aus Copernicus, für klimaneutrale Stadtentwicklung. Geodaten helfen dabei, Potenziale sichtbar zu machen, Maßnahmen räumlich zu verorten und komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen. Der Vienna GeoSpace Hub bietet technische Beratung, Vernetzung, Co-Creation-Workshops und Unterstützung bei Förderanträgen. Gerade für Projekte zu Hitze, Grünraum, Gebäudebestand, Mobilität oder Quartiersentwicklung können räumliche Daten eine wichtige Entscheidungsgrundlage bilden.

Mobilitätslabore und AustriaTech: Mobilität als Teil des urbanen Gesamtsystems

Den Abschluss der Pitch-Runde bildete der Beitrag von Natasa Hodzic-Srndic von den Mobilitätslaboren / AustriaTech. Die Mobilitätslabore bilden ein österreichweites Netzwerk urbaner, regionaler und ortsungebundener Labore. Sie unterstützen Co-Creation, Erprobung unter Realbedingungen, Wissensaufbau und den Zugang zu Testumgebungen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Last-Mile-Logistik, Mobilitätsdaten, Güterverkehr, Verhaltensänderung und integrierte Mobilitätslösungen. Der Beitrag machte deutlich, dass klimaneutrale Städte auch klimaneutrale, zugängliche und gut eingebettete Mobilitätssysteme brauchen. Mobilität ist kein isoliertes Feld, sondern Teil eines urbanen Gesamtsystems aus Energie, Gebäuden, öffentlichem Raum, Digitalisierung und sozialer Teilhabe.

Austausch, Vernetzung und nächste Schritte

In der offenen Fragerunde und über das digitale Whiteboard konnten Teilnehmende Projektideen einbringen, Partner suchen, Demoobjekte sichtbar machen und Unterstützungsbedarfe formulieren. Diskutiert wurden unter anderem Fragen zur Konsortialbildung, zur Abgrenzung des Innovationsgehalts, zu Monitoring-Anforderungen, zur Priorisierung von Pionierstädten und zu möglichen Anknüpfungspunkten zwischen den Innovationslaboren. Gute Projektvorhaben entstehen dort, wo fachliche Kompetenz, Umsetzungserfahrung, reale Anwendungsräume und passende Förderlogik frühzeitig zusammenkommen.

Logo vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Logo von FFG
Logo Stadt der Zukunft Innovationslabor

GRÜNSTATTGRAU IST

Logo klimaaktiv Partner
Logo ANKOE

gelistet

Nach Oben